Landeserntedankfest in Siek

Ganz Schleswig-Holstein feiert bei uns Erntedank

"So ein Fest hat Siek noch nicht erlebt..."

Das war beim Landeserntedankfest, das unsere Kirchengemeinde am 4. Oktober ausgerichtet hat, immer wieder zu hören. Das Hoch Quirin bescherte uns am diesem Tag traumhaftes Festwetter. Der liebe Gott hatte es einfach gut gemeint mit seiner Sieker Gemeinde. In den vergangenen Wochen werkelten viele helfende Hände an Tütchen für Sämereien, an Flyern, an Dekorationen in der Kirche und für die Tische, an der Erntegirlande aus Eichenlaub, an den Plänen für einen Bustransfer und das Kinderprogramm und vielem mehr. Ein Landeserntedankfest für etwa 3500 Gästen auszurichten, macht viel Arbeit.

In Siek beginnen die Sonntage meist beschaulich. Doch an diesem Tag war alles anders. Schon ab sieben Uhr knatterten die ersten Traktoren über den Kirchenweg. Das tiefe Pochen der alten Motoren und ein Schwall von Diesel vermischten sich mit dem Duft der Erntegaben von Getreide, frisch gebackenem Brot, Gemüse und Blumen. Um 9.55 Uhr hallten die Glocken der Friedenskirche übers Land und der Festzug startete mit mehreren Hundert Menschen in Richtung Marktplatz, gesäumt von zahlreichen Schaulustigen.

Bischöfin Kirsten Fehrs empfing am Festzelt die Prozession und geleitete die Erntekrone zusammen mit den Landwirtschaftsminister Robert Habeck, Vertretern der Kirchengemeinde, des Bauernverbandes, der LandFrauen und der Landjugend in die reich geschmückte Friedenskirche. Auch der „Erweiterungsbau“ der Friedenskirche, das Festzelt auf dem Marktplatz, war zu diesem Zeitpunkt schon fast bis auf dem letzten Platz gefüllt.

Während des Gottesdienstes gab es leise Töne, Jazziges vom Chor vocalissimosiek und auch mahnende Worte. „Es ist nicht klug, wenn ein Liter Milch beim Discounter genauso viel kostet wie ein Liter Wasser. Das ruiniert die Bauern und es ruiniert am Ende auch die Schöpfung“ sagte Bischöfin Fehrs in ihrer Predigt. Zugleich kritisierte sie: „Eine Politik, die Agrarfabriken fördert und die kleinen Bauernhöfe vor die Hunde gehen lässt, ist kurzsichtig."

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es ein buntes Programm im und um das Festzelt. Die Moderation übernahm der Musiker, Liedersammler und Autor Jochen Wiegandt. Vom Pastoratsgelände hallte das Spiel der Kinder herüber. Hier wurde nach Herzenslust im Stroh getobt und gewerkelt. Kürbisse schnitzen, Kränze binden, ein Haus basteln, Eisen schmieden und Stockbrot backen waren neben dem Hindernisparcours und der Seilbahn die Highlights für die junge Generation. Sie erlebten zusammen mit der Bischöfin, Pastor Schack und Vikarin Shelley um 14.00 Uhr einen eigenen Erntedankgottesdienst. Als Pastor Schack um 17.00 Uhr zum Schlusssegen in die Kirche rief, folgten viele. Und alle waren sich einig: „So ein Fest hat Siek noch nicht erlebt.“

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